Demokratie ist Mist

Demokratie ist Mist

Arzenheimer . Veröffentlicht in Politik 932 Views Keine Kommentare

Prof. Arno Aufbruch über die Sehnsucht der Bayern nach einem Königreich.

Die CSU hat nach der Landtagswahl gut lachen: absolute Mehrheit, damit Alleinherrschaft und keine lästigen Verhandlungen mit dem Koalitionspartner (wer war das doch gleich noch?). Verhältnisse wie zu Zeiten eines Franz-Josef Strauß, ja vielleicht sogar eines König Ludwig? Der Politikwissenschaftler Prof. Arno Aufbruch hat die Haltung der Bayern zur Demokratie erforscht und dabei erstaunliche Ergebnisse zutage gefördert.

Sie sagen, die Bayern hätten ein Problem mit der Demokratie? Wie kommen Sie darauf?

Nun, es liegt zum einen daran, dass Demokratie anstrengend, kompliziert und damit nicht gerade sexy ist. Haben Sie sich die Wahlplakate in Bayern angesehen? Haben Sie sich alle Wahlprogramme durchgelesen? Haben Sie sich am Sonntag müde und verkatert ins Wahllokal geschleppt, um ihrer Bürgerpflicht nachzukommen? Demokratie ist für viele eine Zumutung. Auch körperlich. Dazu kommt die Ungewissheit. Welche Konsequenzen hat meine Wahl? Wen habe ich eigentlich gewählt? Und warum muss ich, wenn ich eine Partei wähle, automatisch immer die Deppen mit wählen? Das belastet.

Und welchen Vorteil hat die Monarchie gegenüber der Demokratie?

Das liegt doch auf der Hand: in der Monarchie ist das Volk unschuldig. Wenn der Herrscher Mist baut, dann tut er das, weil es auf seinem Mist gewachsen ist. Als Volk habe ich da gar nichts mit zu reden und muss deshalb auch kein schlechtes Gewissen haben. Das erleichtert das Leben ungemein. Ganz abgesehen davon, dass diese anstrengende Wählerei weg fällt.

Und Sie meinen, die jüngste Wahl ist ein Zeichen dafür, dass die Bayern die Demokratie abgewählt haben? Immerhin hat die CSU ja nicht alle Stimmen bekommen.

Nun der Wechsel zur Monarchie geht nicht von heute auf morgen. Demokraten wird es immer geben, so wie Schwarzfahrer und Zechpreller. Ich setzte da aber ganz auf den gesunden Menschenverstand. Irgendwann wird das Land zum Königreich zurück kehren. Mit den alten Autokennzeichen hat´s ja auch geklappt. (siehe Interview im Erna-Magazin August 2013, Anm. d. Red.)

Ist „König“ Horst Seehofer denn als Monarch geeignet?

Aber natürlich! Er gehört einem alten Adelsgeschlecht an, nämlich derer von Gerolfing. Sie geben in Ingolstadt den Ton an, verfügen über Macht und Einfluss und sind durch das geschickte Besetzen von wichtigen Posten so etwas wie die heimlichen Strippenzieher in der boomenden Stadt. Hinzu kommt, dass Ingolstadt als ehemaliger Sitz der Bayernherzöge einen hervorragender Wohnsitz für einen bayerischen Monarchen abgibt. Und so eine kleine, fruchtbare Affäre mit einer Mätresse gehört in den höchsten Herrscherkreisen Europas seit Jahrhunderten zum guten Ton. Ja, ich denke König Horst wäre ein guter König. Jedenfalls würde er sein Bayernland nicht an Bismarck verscherbeln, nur um sich ein Schloss bauen zu können. Ein Kongresszentrum vielleicht.

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