Ein G-Punkt kann nicht männlich sein

Ein G-Punkt kann nicht männlich sein

Erna Magazin . Veröffentlicht in alles andere, Gesellschaft 193 Views

Bayerns geografischer Mittelpunkt in der Identitätskrise

Hier in Kipfenberg, im wunderschönen Naturpark Altmühltal, befindet sich Bayerns offizieller G-Punkt. Also der geografische Mittelpunkt Bayerns. Aber er präsentiert sich derzeit ziemlich nackt. Dem Stein fehlt das Schild, das einst die Umrisse Bayerns samt Rautenmuster und Beschriftung „Geografischer Mittelpunkt Bayerns“ zeigte. Extrem anstrengende, tiefgründige Recherchen des Erna Magazins haben jetzt den Grund dafür zu Tage gefördert: Es gibt ein Genderproblem.

Der Mittelpunkt ist männlich. Und das, obwohl es sich sogar um einen G-Punkt handelt. Feministinnen wollen das nicht länger hinnehmen und haben eine genderneutrale Bezeichnung des Ortes eingefordert: „Entweder, es heißt nun geografische_r Mittelpunkt_in oder man nutzt gleich ein Neutrum und nennt den Ort das Mittelding von Bayern,“ meint Dr. Carla Wegeberg-Gnockengrün vom Zentrum für Gendergerechtigkeit bei der Bezeichnung von Orten. Rein prophylaktisch haben sie und ihre Mitstreiterinnen deshalb das Schild abmontiert. „Ein G-Punkt kann schließlich niemals männlich sein,“ betont die Sprachwissenschaftlerin. “Allerdings würde die Bezeichnung Bayerns geografische Mitte wieder nur den weiblichen Aspekt betonen. Das wollen wir als Verfechterinnen der Gleichberechrigung natürlich auch vermeiden.”

Jetzt muss man sich zusammen mit den Verantwortlichen von Marktgemeinde, Landkreis, Naturpark, Naturschutzbehörde, Vermessungsamt, Google Maps, Duden-Redaktion und dem örtlichen Verschönerungsverein an einen Tisch setzen, um eine genderneutrale Lösung des Problems zu erarbeiten. Drei Gutachten, eine Risikoanalyse und mehrere Expertenstatements sind bereits in Auftrag gegeben.