Hier wird der Bürger endlich mitgenommen

Hier wird der Bürger endlich mitgenommen

Erna Magazin . Veröffentlicht in Gesellschaft, Politik 354 Views

Ingolstädter Stadtrat beschließt Einrichtung von Bürgermitnahmestellen.

„Wir müssen den Bürger mitnehmen“ – dieser Satz zählt zu den meist gesagten in den jüngsten Ausschuss- und Stadtratssitzungen in Ingolstadt. Daher wurde in einem – leider sehr wenig beachteten Teil einer völlig unbeachteten Sitzung – die Einrichtung sogenannter Bürgermitnahmestellen (kurz BüMi) in Ingolstadt beschlossen.

Die BüMis werden an bestehenden Bushaltestellen in allen Stadtteilen eingerichtet und speziell markiert. Jede BüMi bekommt ein ausklappbares Fähnchen, das vom dort auf die Mitnahme wartenden Bürger (BüMiBü) betätigt wird und damit signalisiert, dass sich ein Bürger nicht abgeholt fühlt und er hier mitgenommen werden möchte. Wenn er Glück hat, kommt ein Stadtrat, eine Stadträtin oder ein(e) Mitarbeiter(in) der Stadtverwaltung vorbei, um ihn abzuholen und mit zu nehmen.

Umstritten war in der Sitzung eine Unterteilung in Fachbereiche: Sollte es spezielle Bürgermitnahmestellen für die Themen Umwelt, Bauen, Klima, Gesundheit, Mobilität, Donauwürmer etc. geben? Das könnte zur Folge haben, dass sich an bestimmten Orten immer die selben Kommunalpolitiker tummeln, um ihnen zugeneigte Bürger abzugreifen. Hier wurde eine Gefahr für das Informations-Neutralitäts-Prinzip, das in der BüMi Satzung §12, Absatz 34 festgelegt ist, erkannt. Gegen drei Stimmen wurde auf die Unterteilung in Themen verzichtet.

Allerdings: Eine eigene Bürgermitnahmestelle ist für Kulturbauten geplant. Sie soll hinter dem Museum für Konkrete Kunst zwischen zwei Häkel-Bäumen eingerichtet werden und auch eine Hängematte umfassen – falls es bei manch einem Thema mal wieder länger dauert.

Auf dem Bild: Modell einer BüMi, die auf dem LGS-Gelände stehen könnte.

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