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Innovatives Kühlsystem

Innovatives Kühlsystem

Arzenheimer . Veröffentlicht in Gesellschaft, Wissenschaft 634 Views Keine Kommentare

Im Schatten von Audi blüht die alternative Entwicklerszene

„Vergangene Woche hatten wir einen echten Breaktrough,“ freut sich Dr. Thomas Spökendorff, CEO der Efficent and Confusing Prototyping Unit (E-CPU) aus Gaimersheim und langjähriger Embedded System Engineer of Innovation (Automotive/Aeromotive) bei TRALALA (Technical Rookies and Low Ambitions Laboratory Agency) in Hanerau-Hademarschen. Bereits seit fünf Jahren tüfteln er und sein Team aus hoch motivierten Ingenieuren an einer Alternative für energiefressende und wenig umweltfreundliche Klimaanlagen in Automobilen. Nun scheint man dem Ziel der Öko-Kühlung einen Schritt näher gekommen zu sein. „Die letzten Jahre waren von vielen Rückschlägen geprägt,“ gibt Dr. Thomas Spökendorff zu. Doch dann kam den Entwicklern der Zufall zu Hilfe: ein Mitarbeiter war nach der jahrelangen Arbeit in der hermetisch abgeriegelten Umgebung des unterirdischen Versuchslabors im Gewerbegebiet Gaimersheim zu plötzlich mit Tageslicht in Kontakt gekommen. „Unser Chief Developer Torsten hat sich eine böse Sonnenallergie geholt. Das war für uns natürlich erstmal ein Schock. Wir hatten nie erwartet, dass die Sonne wesentlich höhere Energiewerte aufweisen würde, als wir berechnet hatte.“

Die Konsequenz aus der Erkrankung: Torsten war ab sofort auf einen Sonnenschirm angewiesen. Als er diesen nun eines Tages über mehrere Stunden auf dem Parkplatz des Unternehmens liegen ließ, staunten die Techniker über dessen Wirkung. Der Sonnenschirm warf einen Schatten auf eine Kiste Bier, während die benachbarte Bierkiste der prallen Sonne ausgesetzt war. Eine gründliche Untersuchung des Biers im Eigenversuch zeigte nun, dass das Bier unter dem Sonnenschirm zwar warm, aber bei weitem nicht so eine ungenießbar heiße Plörre war, die das Bier aus der Sonne (das übrigens der Praktikant von der HAW dort stehen gelassen hatte, der Depp!). Dieser „Sun Blocking Effect“ wurde nun in diversen Versuchsanordnungen genau untersucht, bis man sich sicher war, dass ein Sonnenschirm durchaus für die Kühlung eines Objekts geeignet sei. „Vor allem im automotive Bereich bringt uns das einen großen Schritt voran,“ betont Dr. Thomas Spökendorff.

Vergangene Woche war es nun soweit, dass die ersten Sonnenschirme an unterschiedlichen Automobilen getestet worden sind – bei Extremtemperaturen von 36 Grad. „Die Ergebnisse waren sofort überzeugend. Das bestätigten auch die Testpersonen unter den Sonnenschirmen. Lediglich fünf von 35 erlitten einen Hitzschlag. Wir hatten mit mehr gerechnet.“ In der nächsten Testphase, für die ungefähr drei Jahre angesetzt sind, wird nur die Aerodynamik eines Sonnenschirms analysiert und optimiert. Anschließend will man eine Methode entwickeln, eine Sun Blocking Unit auch auf ein Automobil mit Dach zu übertragen. „Das wird die wahre Herausforderung, aber wir sind sicher, auch diese zeitnah zu meistern,“ meint der CEO von E-CPU. Sein Unternehmen ist nur ein Beispiel für die Innovationsfreude, die sich in zahlreichen Firmengründungen rund um den Platzhirschen Audi manifestiert. Gerade die alternative Entwicklerszene, die fernab von klassischen Crash-Tests und Versuchen im Windkanal experimentiert, fordert die etablierten Entwicklungsbüros zunehmend heraus. Rund 20 Unternehmen wie E-CPU sind allein in Gaimersheim gemeldet, einige davon haben schon für Aufsehen gesorgt – zum Beispiel mit der Entwicklung von biologischem Scheibenwischwasser, alternativen Blinkern (wie Fähnchen aus tibetanischem Hanf) und veganen Ledersitzimitaten aus gegerbtem Tofu.

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