SchlossKanonen
Museum hilft Bundeswehr

Museum hilft Bundeswehr

Arzenheimer . Veröffentlicht in Gesellschaft, Politik 662 Views Keine Kommentare

Das Bayerische Armeemuseum verschenkt Waffen und Munition

„Das kann doch so nicht weiter gehen!“ Hans B. (Name von der Redaktion geändert), ehemaliger Bundeswehroffizier und ehrenamtlicher Mitarbeiter des Bayerischen Armeemuseums in Ingolstadt, muss jeden Tag Meldungen über den miserablen Zustand der Bundeswehr lesen. Und weil er ein Mann der Tat ist, hat er nun die Initiative ergriffen: Das Bayerische Armeemuseum wird der Truppe unter die Arme greifen. Wegen des Umbaus des Museums anlässlich der bevor stehenden Landesausstellung muss sowieso Platz geschaffen werden.

„Alles muss raus!“
Uniformen, Kanonen, Granaten und Gewehre aus mehreren Jahrhunderten lagern derzeit noch im Museum. Die Objekte wurden – im Gegensatz zur aktuellen Ausrüstung der Bundeswehr – liebevoll gehegt und gepflegt: „Unsere Handmörser aus dem 16. Jahrhundert funktionieren zum Beispiel noch einwandfrei. Da klemmt nix,“ betont Hans B. Doch jetzt müssen sie irgendwo hin, denn 2015 findet im Neuen Schloss die Landesausstellung „Napoleon in Bayern“ statt. Das heißt, es ist eine Invasion französischer Ausstellungsstücke zu erwarten. Für die „Stammbesetzung“ ist dann kein Platz mehr. „Wir werden die Objekte wieder ihrer ursprünglichen Funktion im Einsatz zuführen und sie der Bundeswehr schenken,“ erklärt Hans B., der diesen Plan bereits mit der Museumsleitung abgestimmt habe. Außerdem seien weitere Aktionen zur Unterstützung der maroden Truppe geplant.

EingangArmeemuseum

 

 

 

 

 

 

Benefizkonzert mit Waffen-Flohmarkt
Noch im Herbst plant der ehemalige Offizier ein Benefizkonzert mit dem Musikkorps der lettischen Luftwaffe, dem Gospelchor der namibischen Kavallerie und den Singing Sergeants aus Hawaii. Die Einnahmen des Konzerts kommen armen Unternehmen wie Airbus Defence and Space zugute. „Wir möchten ein Zeichen setzen, dass die Waffenindustrie ein Stück Tradition und Heimatgeschichte ist.“ Parallel zum Konzert soll ein Waffen-Flohmarkt stattfinden, auf dem jeder seine alten Weltkriegsbomben aus dem Keller, Omas aufgebrauchte Maschinengewehre und die ausgedienten Winterreifen für den Truppentransporter verkaufen kann. „Wir werden in Sachen Legalität ein Auge zudrücken, denn es geht ja um eine gute Sache. Für jedes verkaufte Objekt spenden engagierte Bürger einen Euro an die Bundeswehr.“

Giesserei

 

 

 

 

 

 

Reaktivierung der alten Gießerei?
Eine Idee von Hans B. könnte die Planungen und Bauarbeiten auf dem ehemaligen Gießereigelände in Ingolstadt gehörig ins Wanken bringen. „Kunst, Design, Aquarium, Panoramarestaurant. Alles ein Riesen Schmarrn,“ schmipft er. Angesichts der weltpolitischen Lage, des zunehmenden Engagements der Bundesregierung und der Bundeswehr und der zu erwartenden minimalistischen Besucherzahlen in einem Museum für drei rote Quadrate auf weißem Grund solle man die alte Kanonengießerei wieder in Betrieb nehmen. „Das würde sowohl betriebswirtschaftlich als auch politisch Sinn machen.“ Sein Vorschlag könnte demnächst schon in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses auf der Tagesordnung stehen.

Kommentieren