Paddler-Invasion: Eichstätt testet erstes Pop-up Wehr

Paddler-Invasion: Eichstätt testet erstes Pop-up Wehr

Erna Magazin . Veröffentlicht in alles andere, Gesellschaft 174 Views

Anlage soll Fauna und Flora vor unzivilisierten Wilden schützen.

Jahrelang war insbesondere die Stadt Eichstätt als Speerspitze des „Undertourism“ ein Begriff in der Fachwelt. Baustellen, Schließungen, Budgetkürzungen haben die Tourismusbranche komplett entschleunigt. Doch die Corona-Pandemie hat nun alles geändert. Während die Overtourism-Hotspots wie Venedig, Hallstatt oder Neuschwanstein lahm gelegt sind, brechen Massen von Besuchern über das liebliche Altmühlstädtchen herein. Das ist zu viel. Vor allem für die Altmühl. Die soll nun vor Horden von lärmenden, stinkenden, schwitzenden, unzivilisierten, saufenden und planlosen Paddlern geschützt werden. Deswegen hat der Bauhof der Stadt Eichstätt Deutschlands erstes Pop-up Wehr entwickelt.

Wie es funktioniert, erklärt Bauhofmitarbeiter Franz-Wunibald Fischermeier: „Äh, ja, es blast sich halt auf. Fertig.“ So, so. Durch die plötzlich entstehende Sperre werden die Ballermann-Paddler (und auch diese SUPenkasper) jedenfalls gezwungen, den reißenden Fluss zu verlassen. Die meisten sind danach derart desorientiert, dass sie den Wiedereinstieg in die Altmühl nicht mehr bewältigen können oder aus Frust nicht mehr weiter paddeln. Und damit wäre dann auch das Ziel „Verkehrsberuhigung auf der Altmühl“ erreicht und die Natur, insbesondere die schwer traumatisierte Altmühlente, könnte sich ihren Lebensraum wieder zurück erobern.

Nach einem erfolgreichen Testlauf soll das Pop-up Wehr auch an anderen Standorten im Tal eingesetzt werden, etliche Anfragen aus Dollnstein hätten die Eichstätter schon erreicht. Das hat das Erna Magazin aus extrem hervorragend gut unterrichteten Kreisen erfahren.