Junge Frau mit Einhorn
Stoppt den Missbrauch von Einhörnern

Stoppt den Missbrauch von Einhörnern

Arzenheimer . Veröffentlicht in Gesellschaft, Politik, Sport 334 Views

Ingolstädter Stadtrat soll ein Einhorn-Verbot für Seen und Freibäder beschließen

Der Mensch und sein Vergnügungswahn – er macht seit Jahrhunderten auch vor Tieren nicht Halt. In vielen Städten Deutschlands haben deshalb schon Zirkusbetriebe ein Auftrittsverbot verhängt, wenn der Zirkus Wildtiere für Dressurnummern missbraucht. In Ingolstadt ist die Regelung sagen wir unübersichtlich. Aber die Aktivisten von PETaA (People for the Ethical Treatment of aufblasbare Animals) starten nun den Versuch, eine andere Gruppe von Tieren vor dem Missbrauch durch den Menschen zu schützen – nämlich die Einhörner. „Dass sie als kitschiges Glitzerelement auf Kinderkleidung und Haarspangen herhalten müssen, ist demütigend genug,“ meint Dörte Drusenbaum von der PETaA Regionalgruppe Mailing-Feldkirchen. Die gebürtige Hamburgerin hat in ihrer Geburtsstadt die gnadenlose Vermarktung von Tieren seit vielen Jahren beobachtet und 2002 dafür gesorgt, dass das NDR Maskottchen Walross Antje zumindest in ihrem letzten Lebensjahr noch eine gute sozial-psychiatrische Behandlung bekommen hat. Nun engagiert sie sich zusammen mit etlichen weiteren Aktivisten für ein Einhorn Verbot in Schwimmbädern und Badeseen. „Diese Quälerei, meist durch hysterische Teenager, muss ein Ende haben!“ In einer Tierarztpraxis in Ingolstadt habe man jüngst ein schwer malträtiertes Einhorn behandelt, das mit Resten von Speiseeis verklebt war, zahlreiche Hämatome aufwies und phasenweise sogar etwas luftleer erschien. Erst im Sauerstoffzelt konnte es genesen.

Tierheim Ingolstadt rüstet sich für Einhorn Ansturm nach der Badesaison

Außerdem drohe den Einhörnern das selbe Schicksal wie manch einem flauschigen Weihnachtsgeschenk oder dem Hund zur Urlaubszeit – das Tier landet im Tierheim. Gerade Einhörner erweisen sich als pflegebedürftig und brauchen viel Zuneigung. „Das wird den meist jungen Besitzern schnell zu viel. Und wenn das Tier nicht mehr als Spielkamerad im Bad taugt, wird es abgeschoben,“ bedauert Dörte Drusenbaum. Nach Erna Informationen hat sich das Ingolstädter Tierheim bereits auf die Ankunft etlicher Einhörner nach der Badesaison eingestellt. „Soweit muss es nicht kommen,“ meint die Aktivstin. Mit einem Verbot könne man verhindern, dass sich die Menschen überhaupt Einhörner für ihr egoistisches Vergnügen anschaffen. „Diese wunderbaren Tiere gehören in den Märchenwald, aber nicht ins Kinderbecken!“ Ein Antrag für ein Einhörner-Verbot ist derzeit bereits in Arbeit – mit Hilfe welcher Partei auch immer soll er demnächst im Ingolstädter Freizeitausschuss und dann im Stadtrat behandelt werden.

Foto: Adobestock/Christian Schwier