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Touristen enttäuscht

Touristen enttäuscht

Arzenheimer . Veröffentlicht in Gesellschaft 993 Views Keine Kommentare

„Wir wollten eine tote Innenstadt sehen – und dann das!“

Schadensersatz, Minderung des Reisepreises, Gutscheine – all das fordern enttäuschte Touristen vom Reiseveranstalter Depri-Tours aus Frankfurt an der Oder. Das Angebot „Ingolstadt – Frankensteins tote City“ hatte in der Realität ganz und gar nicht dem entsprochen, was im Katalog angepriesen war. „Es wurde uns versprochen, eine stille, leere, graue und gruselige Innenstadt zu Gesicht zu bekommen, bei deren Anblick es einen erschaudern lässt,“ berichtet Conny S. aus Leipzig. „Doch stattdessen sind wir auf Menschen gestossen. Und Kinder. Und bunte Lichter, schrecklich!“ Sie und ihre Reisegruppe waren ausgerechnet am Adventssamstag nach Ingolstadt gereist – in der Hoffnung, eine seelenlose, öde, betongraue Kulisse für ihre eigenen Depressionen vorzufinden. Und dann das: Musik, weihnachtliche Düfte, ja sogar freundliche Verkäufer. „Das war nicht auszuhalten. Als Highlight wurde uns der Paradeplatz vor dem Neuen Schloss angekündigt. Hier sollte der berühmte Hund verreckt sein, dem wir extra einen Gedenk-Kranz mitgebracht hatten. Doch von einem Hundegrab war nichts zu sehen, stattdessen befanden wir uns inmitten eines bunten Firlefanz-Getues. Zu allem Übel sind dann auch noch Menschen in Unterhosen fröhlich durch die Fußgängerzone gelaufen, die uns als ausgestorben angepriesen wurde.“ Vom Reiseveranstalter fordert die Gruppe um Conny, die unter dem Namen „Loneley Lamento“ eine Selbsthilfegruppe für Geisterstadt-Junkies gegründet hat, die komplette Rückerstattung des Reisepreises sowie Schadensersatz wegen erlittener seelischer Qualen. Möglicherweise geht der Fall nun vor Gericht.

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