Blauhelme üben Konfliktbewältigung in Eichstätt
Blauhelme üben Konfliktbewältigung in Eichstätt UN Truppen üben in Eichstätt

UN Truppen üben in Eichstätt

Arzenheimer . Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur, Politik 327 Views Keine Kommentare

Konfliktpotenzial in der Domstadt bietet ideales Umfeld

In den nächsten Wochen werden Besucher der beschaulichen Stadt Eichstätt im noch beschaulicheren Altmühltal womöglich sehr unbeschauliche Soldaten antreffen. Es handelt sich dabei um den Nachwuchs der UN-Friedenstruppen. Die Blauhelme haben sich für Eichstätt als den Ort entschieden, der sie auf die Einsätze in Mali, Afghanistan und Ost-Timor vorbereiten soll. Warum? Das erklärt UN Sprecher Alex Preacher: „Konflikte brechen meist völlig überraschend aus, ohne dass man zunächst einen konkreten Grund dafür entdeckt. Auf dieses spontane Auftreten von Konflikten bereiten wir uns in Eichstätt vor, weil hier genau das passiert.“

Laut Alex Preacher, der die Stadt im Übrigen von einer früheren Teilnahme an einem theologischen Seminar kennt, geht es bei dem Training darum, Konfliktvermeidungstaktiken und Strategien zur De-Eskalation in der Praxis zu üben. „Wir greifen beim Auftreten von Konflikten ein, wie sie etwa durch das überraschende Aufstellen von moderner Kunst, durch Satire, die Ankunft fremder Kulturen oder ungerechte gesetzliche Regelungen entstehen können. Sobald die Gefühle der Menschen verletzt werden, treten Konflikte auf. Und da ist der Unterschied, was das Aggressionspotential angeht, zwischen Ost-Timor und Eichstätt gar nicht so groß.“ Wenn nötig werde man auch das Absperren und Sichern gefährdeter Objekte wie den Kerzenleuchter im Dom („Hier ist es allerdings erstaunlich ruhig geworden“) oder das Ammonit-Kunstwerk üben. „Die Bewachung von Kunstschätzen gehört spätestes seit den IS-Zerstörungen in Syrien leider auch zu den Aufgaben der Friedenstruppe,“ erläutert Alex Preacher. Das Auftreten von selbsternannten Rächern der Entrechteten und Glaubens-Rebellen sei beispielsweise in afrikanischen Staaten häufig zu beobachten. Dort sei es aber zu gefährlich, vor Ort den Umgang mit ihnen zu üben. Auch das ließe sich in Eichstätt ebenfalls zumindest ansatzweise trainieren, so Alex Preacher.

Foto: MONUSCO Photos

Tags:

Trackback von deiner Website.

Kommentieren