Erna bleibt Erna: postfaktisches Premiummagazin nimmt ungefragt Stellung
Erna bleibt Erna: postfaktisches Premiummagazin nimmt ungefragt Stellung Vorhersehbarkeit als Grundproblem

Vorhersehbarkeit als Grundproblem

Arzenheimer . Veröffentlicht in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft 389 Views Keine Kommentare

Erna interviewt sich selbst zum Wandel in der Medienbranche

Die Medienlandschaft in der Region IngolStadtLandDings ist im Umbruch. Der Dönerkurier wurde nach Passau verkauft, die espressionisten nach Straubing und zwischendrin hat ein Radiosender sogar seine eigene Seele verkauft, um den Hörerinnen den Busen und damit die Zahl seiner Zuhörer aufzupumpen. Wo soll das hinführen?

Der einzige Fels in der Brandung, der standhaft bleibt und sich von niemandem kaufen lässt (Angebote bitte Mail an: post@erna-magazin.de) ist das Erna Magazin. Aus diesem Grund hat sich die großartige Erna einfach mal selbst interviewt.

Die Medienlandschaft ändert sich rasant, stehen Sie nun auch auf der Einkaufsliste eines Verlegers oder einer Verlegerin?

Aber natürlich. Renommierte Zeitschriftenverlage haben an die Tür geklopft.

Welche denn?

Hmmm, lassen Sie mich überlegen. Da war die „Hosianna“, die Fachzeitschrift für klerikale Mode. Dann hat sich das Magazin „Mief“ gemeldet, eine sehr populäre Publikation aus dem Bereich der Raumpflege und natürlich die Nassauer Neue Fresse, ein Magazin für Zahnkosmetik.

Aber Sie wollten nicht verkaufen. Warum?

Weil die Angebote zu niedrig waren.

Es ging nur ums Geld? Und was ist mit Unabhängigkeit, Unbestechlichkeit, Standhaftigkeit, eigener Meinung, Wahrhaftigkeit?

Wird alles total überschätzt.

Aber das Erna Magazin rühmt sich doch seiner Unabhängigkeit. Ist das alles nun Mumpitz?

Nein, nein. Keine Bange. Erna bleibt ein postfaktisches Premiummagazin und damit der Wahrheit verpflichtet. Das Problem ist eher, dass die Wahrheit so langweilig ist und sich schlecht verkauft. Eine einseitige Sichtweise hätte dagegen den Vorteil, viele Fans zu haben. Man kann sogar von Anhängern sprechen.

Geben Sie uns ein Beispiel für die langweilige Wahrheit, bitte.

Na ja, es ist zum Beispiel wahr, dass Donald Trump hinter der aktuellen Grippewelle in der Region IngolStadtLandDings steckt, um die bayerische Wirtschaft zu schwächen. Er hat mit Hilfe der Russen einen Virus, der diesmal kein virtueller Virus war, in Umlauf gebracht. Aber weil das eh schon jeder vermutet hat, ist die Erkenntnis, dass es wirklich so ist, todlangweilig und null skandalös.

Was würden Sie sich also wünschen?

Mehr Überraschungen! Momentan ist ja alles so vorhersehbar. Wenn die einen für etwas sind, sind die anderen reflexartig dagegen. Wenn die einen etwas voll super finden, dann ist es für die anderen der Untergang des Abendlands. Und dann flippen wieder alle aus. Was wäre das für eine Sensation, wenn man mal sachlich bleiben würde, am Ende käme sogar ein guter Kompromiss heraus! Wie geil ist das denn?

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