Wegen Reisebeschränkungen: Chinesen bauen Altmühltal nach

Wegen Reisebeschränkungen: Chinesen bauen Altmühltal nach

Arzenheimer . Veröffentlicht in Gesellschaft, Wirtschaft 180 Views

Eichstätter Dom und Willibaldsburg werden gerade vermessen und eingescannt.

Wenn Sie glauben, dass es sich bei den Baumaßnahmen auf der Eichstätter Willibaldsburg und im Dom um „Sanierungsmaßnahmen“ handelt, dann glauben Sie vermutlich auch, dass Bill Gates einfach nur Software programmiert. Aber die angeblichen Bauarbeiten dienen einem höheren Ziel, nämlich dem kompletten, maßstabsgetreuen 1:1 Nachbau! In China!

„Mit dem österreichischen Hallstatt hat das so gut funktioniert, jetzt bauen wir das ganze Altmühltal nach,“ erklärt Prof. Feng Bao Shui, der den Lehrstuhl für Landschaftskopien an der Universität von Foshan leitet. „Die Nachfrage an Urlaub in Bayern ist in China nach wie vor groß. Aber durch die Corona Reisebeschränkungen kann kein Chinese an diesen herrlichen Ort gelangen. Auf Schloss Neuschwanstein hat die Disney Company, an der wiederum Saudi-Arabien einige Anteile hält, leider ein sehr striktes Copyright. Also bringen wir das wunderbare Altmühltal nach China. Das ist nämlich nicht kopiergeschützt.“ Derzeit werden die Sehenswürdigkeiten vermessen und mit Lasertechnik eingescannt, um sie dann in der Nähe von Foshan originalgetreu (aber mit modernen Materialien) aufzubauen. „Ein Team arbeitet aktuell auch daran, den schlammigen Farbton der Altmühl genau hinzubekommen,“ so Prof. Shui. „Das ist gar nicht so einfach.“ Viel leichter wird es aber, die Plätze und Gassen der Stadt Eichstätt zu scannen: „Da ist niemand im Weg, weil eh nichts los ist.“

Das neue Altmühltal in China soll bereits im Herbst zum Teil eröffnet werden. Die berühmte Felsformation „zwölf Apostel“ (bei Solnhofen) ist bereits von hunderten Strafgefangenen aus dem dortigen Stein heraus gehauen worden. Echte Altmühltaler Schafherden grasen bereits auf den frisch angelegten Hängen und Tourismus-Studenten simulieren bereits Radfahrer- und Bootswanderergruppen, um die Infrastruktur unter maximaler Auslastung zu testen. „Wenn es bei Ihnen hier im Altmühltal zu voll wird, dann kommen Sie doch einfach zu uns nach China!“ lädt Prof. Feng Bao Shui alle Interessierten ein: „Sie kennen sich ja aus!“