Frau fühlt sich durch Bezeichnung Mitglied diskriminiert

Frau fühlt sich durch Bezeichnung Mitglied diskriminiert

Erna Magazin . Veröffentlicht in Gesellschaft 448 Views

Dörte Hagedorn-Pfraundmeier aus Neuburg klagt gegen ihren Sportverein.

„Ich habe kein Glied und will auch keines!“ empört sich Dörte Hagedorn-Pfraundmeier. Die frühpensionierte Oberstudienrätin aus Neuburg hat es satt, sich als Mitglied bezeichnen lassen zu müssen. Die aktuelle Debatte über gendergerechte Sprache nimmt sie zum Anlass, nun dagegen vorzugehen. Deshalb hat sie inzwischen einen Anwalt damit beauftragt, Klage gegen ihren Sportverein, die Sportfreunde Donauufer (seit kurzem Sportfreunde_innen Donaufer_innen) einzureichen. Die Bezeichnung Mitglied sei so eindeutig männlich wie kaum ein anderes Wort im deutschen Sprachgebrauch: „Wie sexistisch ist es eigentlich, zum Beispiel eine Mitgliederversammlung abzuhalten? Oder eine Mitgliederbefragung? Da gruselt es mich ja schon bei der Vorstellung!“ betont die erfahrene Geschichts- und Hauswirtschaftslehrerin. „Und dann sind wir sowieso nur Frauen in der Yogagruppe und werden als Mitglieder bezeichnet. Eine Unverschämtheit!“

Sie will nun erreichen, dass in Zukunft bei Einladungen, in Anschreiben und Co. die Menschen mit und ohne Glied berücksichtigt werden. So sollte man/frau die Formulierung „Liebe Mit- und Ohneglieder“ verwenden. Dörte Hagedorn-Pfraundmeier will ihr Anliegen notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht durchboxen: „Und ich rufe alle Ohneglieder dazu auf, es mir gleich zu tun und bei ihren Vereinen, Gruppen und Clubs in dieser Thematik ordentlich auf die Kacke zu hauen!“