Bundeswehr kauft Lagerbestände des Armeemuseums

Bundeswehr kauft Lagerbestände des Armeemuseums

Erna Magazin . Veröffentlicht in Politik, Wirtschaft 146 Views

Anstatt teurer Neuentwicklungen setzt man nun auf Bewährtes.

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit – wegen Corona ist sowas wie Öffentlichkeit ja gar nicht vorhanden – hat ein Lkw der Bundeswehr Halt vor dem Neuen Schloss in Ingolstadt gemacht. Über Stunden wurden dort Kisten verladen und gut verpackte, offenbar recht massive Gegenstände aus dem Schloss in das Gefährt verladen. Wie nun intensive, investigative und intrigante Recherchen des Erna Magazins ergeben haben, hat die Bundeswehr beim Bayerischen Armeemuseum diverse Waffen eingekauft!

Angesichts des jüngsten Berichts der Wehrbeauftragten über den Zustand der Bundeswehrausrüstung und angesichts diverser Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre war das nun wohl die Lösung, die die höchste Qualität verspricht: Die Waffen, die aus dem Depot des Bayrischen Armeemuseums, sind unverwüstlich, beinhalten keine fehlerhafte Elektronik und sind bei jeder Wetterlage problemlos einsetzbar. So soll sich vier Kisten mit Hellebarden aus dem Dreißigjährigen Krieg unter den bestellten Objekten befinden, außerdem ein Dutzend Kanonen, rund 25 Musketen und 100 Glashandgranaten aus dem 18. Jahrhundert. Das Bundesverteidigungsministerium hat nach Informationen, die dem Erna Magazin vorliegen, dafür rund 25,2 Millionen Euro bezahlt – ein Schnäppchen, für diese langlebigen Qualitätswaffen. Schließlich hat man sich zum Beispiel langwierige Entwicklungs- und Testphasen gespart.

Panzer aus dem 1. Weltkrieg sollen ebenfalls bestellt worden sein, diese müssten aber aus der Dependance im Reduit Tilly im Klenzepark heraus geholt werden, was zu einer Beeinträchtigung der örtlichen Blumenbeete führen würde. Hier muss erst noch ein Gutachten und eine Bürgerbeteiligung über den Panzerdeal entscheiden.