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Kundin enthält zu viel Kunststoff: Kein Zutritt zum Biomarkt

Arzenheimer . Veröffentlicht in alles andere, Gesellschaft 226 Views

Marktleiter in Ingolstadt bevorzugt plastikfreie Besucher/innen

Keine Plastiktüten im Kaufhaus, keine Plastikverpackungen an Obst und Gemüse, keine Wattestäbchen und Strohhalme mehr. Für Ingo Erkenbroch ist das alles selbstverständlich. Doch der Betreiber eines Biomarkts in Ingolstadt geht jetzt noch einen Schritt weiter. „Ich möchte auch, dass meine Kunden plastikfrei sind!“ erklärt der studierte Anthropologe. Er hat deswegen einen Scanner erfunden („Es war ein ausrangierter Flughafenscanner, den ich umgebaut und an der Eingangstür platziert habe“), der den Kunststoffanteil seiner Besucher analysiert und die Daten in Sekundenschnelle an die Türschließanlage weiter leitet. Ist ein Prozentsatz von 4 % überschritten, dann bleibt der Laden zu: „Ich sage ja nichts bei einem Kunststoff-Implantat als Zahnersatz. Aber bei künstlichen Brüsten, Hintern und Wangenknochen hörts einfach auf. Diese Leute müssen sich im Klaren sein, dass sie eigentlich Sondermüll sind.“

Nicht immer sind die Kundinnen so bio wie die Produkte. Foto: Dragana Gordic

Neulich hat er deshalb auch einer hippen Ingolstädter Society-Lady, die sich gerade ihre Zutaten für den Smoothie vor der nächsten Yogastunde holen wollte, den Zutritt zu seinem Laden verweigert: „Wer beim Lebensmitteleinkauf auf Kunststoff verzichtet, der kann sowas ja wohl dem eigenen Körper zumuten,“ meint Ingo Erkenbroch. Die Dame habe ihn daraufhin mit übelsten Schimpfwörtern beleidigt, sei in ihren SUV gestiegen und rüber zum Aldi gefahren. „Die Wahrheit ist nicht immer angenehm,“ meint der Marktleiter, der kein Verständnis für künstliche Nachbearbeitungen des menschlichen Körpers hat. Schon gar nicht bei Frauen, die nicht mehr zum jungen Gemüse zählen. „Ich würde auch die Kardashians raus werfen!“ Er tritt für einen viel entspannteren Umgang mit dem Thema natürliches Altern ein: „Wenn Gurken schrumpeln dürfen, dann dürfen das Frauen auch!“