Hinter der Fassade

Hinter der Fassade

Arzenheimer . Veröffentlicht in Gesellschaft 1191 Views Keine Kommentare

Zwangsarbeit, Organhandel und Co. auf den Weihnachtsmärkten.

Gift in Kinderspielzeug, Tierquälerei für Angora-Pullis, Kinderarbeit in Diamantenminen, Ausbeutung in den Kleiderfabriken. Was wir schick und toll finden, wird oft unter brutalen Bedingungen hergestellt. Aber meistens in Bangladesch, Paraguay oder wenigstens in Polen. Aber doch nicht bei uns? Nö! Das Erna Magazin war under cover auf den Christkindlmärkten in der Region IngolStadtLandDings unterwegs und hat schockierende Entdeckungen gemacht. Wo es außen glitzert und funkelt, tun sich hinter der Fassade menschliche Abgründe auf.

Kinderarbeit völlig normal

So werden auf nahezu allen Weihnachtsmärkten kleine Kinder zur Schwerstarbeit gezwungen. Sie werden beispielsweise in viel zu enge Kostüme gesteckt, müssen schwere, künstliche Flügel auf dem Rücken herum schleppen und tonnenweise Süßigkeiten transportieren. „Ich mache das, weil meine Mama mich gezwungen hat“, gibt die kleine Jana-Chantalle unter Tränen zu. Sie müsse stundenlang bei Eiseskälte über den Weihnachtsmarkt laufen und immer so tun, als würde ihr die Sache Spaß machen. „Meine Mama hat gesagt, wenn ich das nicht mache, hat sie ein ganz schlechtes Schtin..nein, äh Schtänzing oder so (gemeint ist „Standing“ Anm. d. Red.) bei der nächsten Besprechung im Elternbeirat.“ Due Mutter war für eine Stellungsnahme nicht zu erreichen, sie hatte einen Termin im Nagelstudio. Andernorts werden Kinder derzeit in kratzende Wichtel-Kostüme gesteckt und als niedliche Attraktion in Hütten und Zelten zur Schau gestellt. „So etwas sollte eigentlich seit dem Ende der Kolonialzeit vorbei sein“, empört sich Maria Huber, die als Tierschützerin eigentlich die örtlichen Weihnachtsmärkte auf die Einhaltung der Artenschutzrichtlinien überprüft. „Den Tieren geht es gut, aber Menschen werden hier zum Teil wie Vieh behandelt.“ Sie bereitet derzeit eine Petition vor, die Kinderarbeit, Kinderverarschung und Kinderdiskriminierung im weihnachtlichen Umfeld verbieten soll. Die Erna Recherchen ergaben, dass diese Petition dringend nötig ist: Kinderarbeit (auch gerne getarnt als Blockflötengruppe oder niedliche Losverkäufer) ist leider an der Tagesordnung.

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Hemmungsloser Organhandel

Kinder, die zur Zwangsarbeit heran gezogen werden – das ist nur ein Aspekt der Unmenschlichkeit, die man auf Weihnachtsmärkten antrifft. Leider blüht auf diesen Märkten auch ein grausames Geschäft, nämlich der Handel mit Organen. Sie werden sogar hemmungslos offen angeboten. „Mandeln“ steht da beispielsweise zu lesen. Fragt man nach, woher diese Mandeln kommen, ist die Auskunftsfreude recht verhalten. „Wir haben da unsere Quellen“, meinte ein Verkäufer. Wenig bekommt man auch über die Kunden heraus, die sich solche Mandeln zulegen. „Sie verfügen über das nötige Kleingeld,“ so der Verkäufer, „mehr wollen wir gar nicht wissen.“ Die wohl schockierendste Enteckung mussten die Erna Under Cover Reporter auf dem Adventsmarkt in Eichstätt machen. Hier gibt es

Ministranten für zwei Euro!

Die ganze schockierende Geschichte lesen sie im Erna Magazin zum Blättern:

http://issuu.com/melaniearzenheimer/docs/ernamagazindezember2013/5?e=2002861/5849542

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