Im Bierzelt
Saufen wird Weltkulturerbe

Saufen wird Weltkulturerbe

Arzenheimer . Veröffentlicht in Gesellschaft, Kultur 629 Views Keine Kommentare

Überraschung zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebots

Dass Bier in Bayern ein Grundnahrungsmittel ist, wird immer wieder gerne betont. Nun hat auch die UNESCO – nach jahrelangem Hin und Her – endlich eingesehen, dass gemeinsames Feiern unter zu Hilfenahme von alkoholischen Getränken, insbesondere Bier, ein wichtiger Teil der Eingeborenenkultur ist. Deswegen wird das Saufen in Bayern zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Die Regelung tritt ab 1.1.2016 in Kraft. „Wir wollten damit auch den Erlass des Reinheitsgebots in Ingolstadt würdigen“, erklärt Dr. Werner Strohrum vom UNESCO Welterbe Komitee. In der Begründung, warum das Saufen nun Kulturgut ist, heißt es: „Die gemeinschaftliche Aufnahme von Alkohol hat gerade in Bayern seit Jahrhunderten eine identitätsstiftende Wirkung. Besonders enge Verbindungen bestehen seit jeher zur christlichen Weltanschauung. Das Brauhandwerk wurde in Bayern besonders durch katholische Mönche perfektioniert und dadurch zu einem festen Bestandteil des Brauchtums. Wenn es ein Land auf der Erde gibt, in dem Saufen zurecht zur Kultur wurde, dann ist es Bayern.“

Proteste aus Italien oder Irland, in denen die Alkoholaufnahme ebenfalls gesellschaftlich wie kirchlich ausdrücklich begrüßt wird und die nun nicht zum UNESCO-Sauf-Kulturerbe zählen, wurden von der Kommission zur Kenntnis genommen. „Die Chancen für diese Länder stehen eher schlecht, denn hier wurden schon immer seltsame Substanzen in die Alkoholika gemischt. Ein Reinheitsgebot hatte hier keine Tradition.“ Geprüft wird derzeit allerdings, ob das Gras-Rauchen nun zum Welterbe auf Jamaica erklärt wird.

Foto: Jürgen Fälchle

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